Nachgedanken

 

Besinnung im Kloster

 

Nachgedanken

Nachgedanken sind für mich meist rückwärts gerichtete Gedanken über Themen und Fragen, die mich immer wieder beschäftigen und noch nicht voll ausgedacht sind.
Gedanken, die hier kurz zusammengefasst wurden – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, auf Allgemeingültigkeit und auf Unanfechtbarkeit.

Wer in der richtigen Stimmung ist, kann ja ein bisschen mitdenken.

Identisch und authentisch 
Mag sein, dass viele meiner Gedanken von GESTERN auf dem Fluss davon getragen worden sind - eine Ichveränderung. Eine Befreiung von den Dingen und Gedanken, mit denen man sich nicht mehr identifizieren kann.

Trotzdem bleibe ich aber authentisch. Das Authentischsein kann nicht von außen bestimmt werden. Es bedeutet ICHsein im Rahmen meiner Möglichkeiten. Erkennt den Zweck und den Sinn des Handelns sowie damit verbunden, die Empfindung und den Effekt. Und weiß über den Wert von Zeit und Geduld.

Liebe
Liebe ist das Spiegelbild der Seele. Sie formt unser ganzes Leben und sie wird bestehen, so lange es die Seele bestimmt. Vielleicht sogar über den Tod hinaus.

Verliebtsein und Liebe
Verliebtsein ist ein Schwebezustand, Liebe der freie Fall.

Beiworte zur Liebe
Immer wenn das Herz überläuft, neigen wir dazu, gegenüber dem Partner die Liebe mit Beiworten noch zu dekorieren. Große Liebe - wahre, ewige, unendliche, einzigartige u.a.m. Eigentlich doch nur überflüssige Attribute. Auch ein bisserl Selbstliebe ist wohl dabei. Jede Liebe ist doch wahr und großartig. Gut - sie kann wachsen, reifen, bleiben und auch sterben.
Die Liebe ist schon so oft beschrieben worden, da braucht es bestimmt nicht noch eine zusätzliche Erklärung. Ist es nicht so, dass die Liebe aus der Sinneswahrnehmung und den Emotionen von Glücksmomenten im Jetzt zusammengesetzt ist. Sie ist, wie sie jetzt im Augenblick ist!

Natürlich gibt es auch ene Liebe im Schatten. Die unerfüllte Liebe - die einseitige, die platonische, auch die hoffnungslose Fernbeziehung.

Gunstbezeugung
"Ich mag Dich" ist für mich die weiche Form einer Gunstbezeugung bis hin zu einer sanften Liebeserklärung. Vielleicht sogar einseitig, vielleicht aber auch tief beseelt. Jedenfalls sind es Worte, die im Leben nur ehrlich vergeben werden sollten.

Erotik und Sexualität
Über diese Signale der Liebe gibt es an sich genug Beschreibungen. Unter Erotik kann man die sinnliche und seelische Ausstrahlung und Wirkung eines Menschen verstehen. Sexualität ist dann die körperliche Zuwendung. Nach meinem Verständnis sind Erotik und Sexualität eng miteinander verknüpft.

Ehe
Wer sich für eine Ehe reif hält, sollte sich ernsthaft fragen, ob er das, was das Eheversprechen wörtlich fordert, ein Leben lang einhalten und aushalten kann.
In der Ehe sind solche Überlegungen oft zu spät und auch zu teuer. Vielleicht wären ein paar Vorsemester vor der Heirat gar nicht so verkehrt?

Schattenbeziehung
Das Schattendasein einer Liebesverbindung ist eine ganz besondere Beziehungsform. Die Gründe dafür können vielseitig sein und sollen hier bestimmt nicht bewertet werden. Auch der emotionale und sexuelle Hintergrund steht außer Frage. Doch es muss nicht immer das Fremdgehen sein - manchmal bestimmt die Situation, die Heimlichkeit. Ein Ausnahmezustand - ein Leben, ohne die Alltagstauglichkeit der Liebe wirklich beweisen zu können. Auch wenn genug Faszination und Euphorie bestehen mag.

Freundschaft
Erst dann, wenn Freunde wirklich benötigt werden, lässt sich schnell feststellen, wer wirklich ein Freund ist.
Eine Freundschaft zwischen Frau und Mann ist wahrscheinlich sogar eine höhere Form der Liebe!

Reisen
Es ist sicher richtig: Reisen erweitert den Horizont und bildet. Manchmal bedeutet Reiselust aber auch Flucht und Suche. So eine Art Suche nach Glückseligkeit.
Doch irgendwann kommt jeder darauf. Das Glück braucht keine Ferne. Das Glück erreicht uns auch in der Nähe und besteht oft genug nur aus vielen kleinen Mosaiksteinchen.        

Alter
So lange man noch nicht gestorben ist, bietet das Alter noch genug Zukunft. Es ist schon etwas dran:
"Mit 66 Jahren fängt das Leben an..." 

Glaube 
Im Sinne der Wortbedeutung ist Glaube nicht unbedingt der Gegensatz von Wissen, sondern eine Form des Vertrauens.
Für Menschen, die naturwissenschaftlich ausgerichtet sind, bietet sich die Grundregel an, nichts für wahr zu halten, was nicht klar erkennbar und durch Wissen untermauert ist.
Naturwissenschaft ist also eine Disziplin, die "Wissen schafft" - auch über uns Menschen und die Fragen unsere Lebens.  Und auf diesem Gebiet hat sich innerhalb ein paar hundert Jahren sehr viel getan.  

Geist und Körper
Es ist gewiss, Geist und Körper sind eine miteinander verwurzelte Einheit. Der Ursprung und der Ort der Seele wurde noch nicht entdeckt. Vielleicht stimmt die einleuchtende Erkenntnis, dass wir im Wesentlichen von unseren Gefühlen gesteuert werden. Nicht vom Bewusstsein, sondern vom Unterbeusstsein.    

Sünde
Sünden sind die Mauersteine, die uns Menschen den Eintritt ins Paradies schwer machen oder gar verwehren. Das könnten wir aus den abrahamitischen Religionen so etwa ableiten. Ein Unsinn mit dem wir nur eingeschüchtert werden sollen.
Damit wäre das Paradies wahrscheinlich verbaut und menschenleer. Die Welt selbst, ihr Lauf und die Menschen darauf bleiben sowieso, wie sie sich gerade darstellen.
Statt Sünde wäre es vielleicht besser, wenigstens das ursprüngliche Wort "Zielverfehlung" zu verwenden.
Mutter Meera meint: "Es gibt nur eine Sünde, und die besteht darin, nicht genug zu lieben". 

Angst
Wie die Nebelschwaden im Spätherbst tauchen urplötzlich und unerwartet Angstgefühle auf. Es sind nicht immer reale Ängste, sondern unbestimmte Lebensängste, die sich im Gemüt festsetzen. Diese Ängste kann man nicht (mit)teilen.

Lebenswege
Durch das Leben führen viele Wege. Der richtige Weg ist immer ein Weg des Schönen. Mit Seelenfrieden, Poesie und Musik am Wegrand.

Daheim
Daheim ist nicht nur ein geographischer Ort, sondern vor allem ein Gefühl.

Bildung
Bildung sollte eine duale Ausrichtung haben. Erstens die Entwicklung und Formung von Geist und Seele, Gefühl und Körper und zweitens die Vermittlung von Wissen duch Förderung der menschlichen Fähigkeiten und Talente.
Die Chancen für Bildung und Persönlichkeitsentwicklung sollten für alle gleich sein. Dabei ist meiner Meinung nach auch die Gesellschaft und der Staat gefordert, die gewisse Voraussetzungen schaffen müssen.

Natur
Die freie Natur ist der schönste Seelengarten. Manchmal direkt vor der Haustüre.

Zeit
Die Zeit ist eine naturwissenschaftliche Dimension. Sie steuert und koordiniert unser Leben.
Die Zeit ist aber auch eine Sinneswahrnehmung, die man spüren und fühlen kann. So gibt es zum Beispiel eine verkehrte Zeit, eine beschleunigte und entschleunigte Zeit, eine Brücke zur Vergangenheit und oft genug auch zu wenig Zeit.

Freiheit
Die Freiheit sich entscheiden zu dürfen, ist bestimmt ein wichtiger Teil der universellen Freiheit, die wir uns so vorstellen. JA oder NEIN.  Doch es gibt auch eine weibliche Variante: VIELLEICHT!

Oder werden wir doch nur fremdbestimmt?

Freitod
Es gibt Situationen im Leben. die uns Sinn-Fragen aufdrängen, die uns gedanklich sehr beschäftigen und auch mit Ängsten belasten.
Leben und Tod. Beides gehört zusammen!
So ist es vorstellbar, dass uns das Leben mit der Schöpfung in eigene Verantwortung und Verfügungsgewalt übergeben wird.

Hat der Mensch somit nicht das Recht und die Freiheit über das Sein und Nicht-Sein selbst zu entscheiden?
Vielleicht?                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

Frieden
Wer Frieden sucht, Frieden erklärt und in Frieden leben will, der ist besonders angreifbar. Er gehört zu den blauäugigen Gutmenschen!

Musik und Seele
Seine Seele kann man sicher nicht „verschreiben“. Falls aber doch, so gehört die schwingende Seite meiner Seele Gustav Mahler.
Eine Wegbegleitung hat mich erst in späten Jahren in dieses wunderbare und gefühlvolle Reich der Musik geführt.

Sozialer Status
Wird durch Herkunft, Bildung, Beruf, gesellschaftliche Rolle, Machtposition und Finanzkraft bestimmt. Nachdem nicht alle Menschen "gleich" sein können, wird es auch immer Standesunterschiede geben. Es muss aber nicht sein, dass ein höherer Status zu einer abgehobenen Lebenseinstellung und zu Arroganz gegenüber anderen Menschen führt. Gerade dann ist nicht Hochnäsigkeit, sondern soziale Kompetenz und Menschlichkeit gefragt.

Stalking
Sobald im Internet die Anonymität teilweise oder ganz aufgegeben wird, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch mit dem Auftritt von Stalkern gerechnet werden. Das sind Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl und Realitätsdefiziten. Menschen, die krank sind. Der Stalker verfolgt sein Opfer und versucht es in verschiedener Weise zu terrorisieren. Hauptsächlich per Telefon.


 

 

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